Samstag 7. Oktober 2023
Matthäus 20,1-16
Das Reich der Himmel
Ein Gutsherr zog am Morgen aus, um Männer zu finden, die gegen Lohn in seinem Weinberg arbeiteten, und als er sie fand und handelseinig mit ihnen wurde – ein Denar für einen Tag –, schickte er sie zu seinem Garten. Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus und sagte zu den Männern, die auf dem Markt herumstanden und keine Beschäftigung hatten: ‘Kommt, geht auch ihr in meinen Weinberg. Ich will euch geben, was recht ist’, und die Männer gingen hin. Auch um die sechste und neunte Stunde ging er wieder hinaus und machte es genauso wie vorher, und als er um die elfte Stunde immer noch Männer fand, die herumstanden, sagte er zu ihnen: ‘Was steht ihr hier den ganzen Tag herum, ohne etwas zu tun?’ Die Männer antworteten ihm: ‘Uns hat niemand Arbeit gegeben.’ Da sagte der Herr: ‘Kommt, geht auch ihr in meinen Weinberg.’ Später, als es Abend wurde, sagte der Gutsherr zu seinem Verwalter: ‘Ruf die Arbeiter und zahle ihnen den Lohn; den letzten zuerst, den ersten zuletzt.’ Da kamen die Arbeiter, die in der elften Stunde eingestellt wurden, und erhielten ihren Lohn: jeder einen Denar. Und als die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, ihr Lohn wäre höher, doch als auch ihnen nur ein Denar ausgezahlt wurde, wurden sie unwillig und murrten über den Gutsherrn: ‘Die letzten hier haben nur eine einzige Stunde gearbeitet, und dennoch hast du ihnen das gleiche gegeben wie uns, die wir die Last des Tags getragen haben und die Hitze aushalten mussten.’ Da sagte der Gutsherr zu einem von ihnen: ‚Hör, Freund, ich tu dir kein Unrecht. Sind wir nicht handelseinig geworden? Ein Denar für den Tag: So war es ausgemacht zwischen uns! Also nimm dein Geld und geh! Ich aber will den letzten hier das gleiche geben wie dir. Darf ich mit meinem Geld nicht tun, was ich will? Oder blickst du deshalb so böse, weil ich grosszügig bin?‘ Die Letzten: die Ersten, die Ersten: die Letzten – so wird es sein.
Übersetzung Walter Jens 1972