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Psalm

Psalmmelodien zum Mitsingen und -summen

Wöchentlich werden hier Psalmmelodien der Genfer Psalter zum Hören und Mitsingen bereitgestellt. Der Genfer Psalter (oder Hugenottenpsalter) ist eine Liedersammlung aus dem 16. Jahrhundert und ein spezifisch reformierter Beitrag zum evangelischen Kirchenlied. In diesem Jahr stammen die Klänge von der Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin. Wir danken Herrn Kilian Nauhaus für die Zustimmung zur Veröffentlichung.

Psalm

Psalm 31

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Auf dich allein, auf dich nur traue / ich, HERR, in meiner Not. / Errette mich, mein Gott! / Du bist der Fels, auf den ich baue. / Zu dir hin laß mich fliehen, / in deine Burg mich ziehen. 

2. Der Feind ist stark und will mein Ende, / er überwältigt mich. / HERR, so befehle ich / nun meinen Geist in deine Hände! / Du wirst von allem Bösen / Mich, treuer Gott, erlösen. 

3. Die Herren dieser Welt zu ehren / wie andre, sei mir fern. / Ich hoff nur auf den HERRN! / Was ich erbat, der Not zu wehren, / hat mir stets gegeben / und weiten Raum zum Leben. 

4. HERR, sei mir gnädig, ach, die Jahre / gehen kummervoll dahin. / Verdüstert ist mein Sinn. / Mein Herz ist matt, zur Grube fahre / ich kraftlos und mit Schmerzen / und großer Angst im Herzen. 

5. Ach, meine Feinde sehn mich leiden / und wünschen mir den Tod. / So furchtbar ist die Not, / daß, die mich kannten, nun mich meiden. / Sie wenden sich und gehen, / wenn sie mich kommen sehen. 

6. Vergessen bin ich, bin wie einer, / der längst gestorben ist / und den man nicht vermißt. / Bin ein zerbrochner Krug, und keiner / erbarmt sich meiner Klagen / in meinen Leidenstagen. 

7. Die Leute flüstern schon im Stillen, / ich seh ihr Mienenspiel. / Mein Ende ist ihr Ziel. / Ach eile, HERR, nach deinem Willen / Errette doch mich Armen! / Ich trau auf dein Erbarmen. 

8. In deinen Händen stehn die Zeiten, / mein Leben, mein Geschick, / die Freuden und das Glück. / Laß über deinen Knecht sich breiten / das Strahlen deines Lichtes, / ja, deines Angesichtes. 

9. HERR, laß mich nicht zuschanden werden, / ich ruf, erhöre mich. / Mein Gott, ich bitte dich! / Doch die sich gegen dich auf Erden / mit Trotz und Lügen wenden, / läßt du im Schweigen enden. 

10. Wie reich ist deine Huld und Treue, / die du, HERR, allezeit / dem zeigst, der nach dir schreit. / Du hast bewiesen sie aufs neue / und mir dein Heil bereitet, / zum Leben mich geleitet. 

11. Ich dachte wohl in Angst und Schmerzen, / daß ich verstoßen sei. / Doch wißt: Der HERR ist treu! / Drum liebt den HERRN! Liebt ihn von Herzen, / getrost und ohne Sorgen. / Ihr seid bei ihm geborgen. 

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)

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Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1,2,8