Psalm 72
Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.
1. Gib dein Gericht, HERRR, deinem Knecht,
dem König auf dem Thron.
Verleihe deine heilgen Rechte
auf ewig deinem Sohn,
daß er dein liebes Volk regiere
nach Recht und Billigkeit
und deine Unterdrückten führe
aus Not, Gefahr und Streit.
2. Solang dein Mond und deine Sonne
am Himmel uns erfreun,
wird man, O König, dir mit Wonne
in Ehrfurcht dankbar sein.
So wie des Himmels milder Regen
das dürre Land erquickt,
so komm er und mit ihm der Segen,
der jedermann beglückt.
3. Da wird Gerechtigkeit regieren,
wo dieser König thront.
Sein Reich wird großer Friede zieren,
solang noch scheint der Mond.
Er herrsche bald von Meer zu Meere,
künd seine Hoheit an.
Die Welt seh seine Macht und Ehre
und werd ihm untertan.
4. Einst fallen alle Herrscher nieder
und huldigen dem HERRN,
und alle Völker kehren wieder
und weihen ihm sieh gern.
Sein Auge wacht, er schont der Armen,
an die kein Mensch sieh kehrt,
wird sieh der Dürftigen erbarmen,
die niemand sonst erhört.
5. Den Armen wird's an Heil nie fehlen,
weil er so gnädig ist.
Seht, er erlöset ihre Seelen
von Frevel und von List.
Er sucht, die sich nach Hilfe sehnen,
durch Angst und Not beschwert.
Ihr Blut, ihr Leiden, ihre Tränen
sind ihm von hohem Wert.
6. In Ewigkeit sein Ruhm muß währen,
er ist ja unbegrenzt,
sein Name strahlt in vollen Ehren,
soweit die Sonne glänzt.
Man freut sieh, wünscht einander Segen,
wo er, der HERR, regiert.
Die Heiden gehn in seinen Wegen,
froh, daß er selbst sie führt.
7. Wie herrlich ist sein Name, gebet
ihm Ehr und Herrlichkeit!
Vor ihm sinkt nieder und erhebet
ihn bis in Ewigkeit,
dass bald sein Ruhm die Welt erfülle,
ihn jeder preisen mag,
dass jeder feierlich und stille
das Amen, Amen! sag.
Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)
Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1-3