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Psalm 102

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Ja, Israel hat dennoch Gott
Zum Trost in aller seiner Not.
O, Gott ist gut den reinen Herzen,
ein Licht in Nacht, ein Trost in Schmerzen,
und doch war ich geglitten fast,
gestrauchelt unter meiner Last,
daß ich mich schon dem Falle nah
und meinen Glauben wanken sah.

2. Ich war empört und sah mit Neid
der Stolzen Pracht und Herrlichkeit,
die immerfort in Sünden leben
und immer höher sich erheben.
Nichts hemmet ihren freien Lauf,
selbst Gottes Wort hält sie nicht auf.
Sie tun, was ihnen dünket recht,
und ihre Kraft bleibt ungeschwächt.

3. Es spricht ihr Mund in hohem Ton,
als käm’s herab vom Himmelsthron.
Was ihre Zunge sagt auf Erden,
soll gelten und befolget werden.
Und selbst mein Volk, das Gott verehrt,
läuft ihnen nach und wird betört,
kehrt sich von Gott und sucht Genuß
in der Gottlosen Überfluß.

4. Wie groß ist der Versuchung Macht!
Fast hätt ich auch wie sie gedacht
und so verurteilt und betrübet,
die Gott als seine Kinder liebet.
So sann ich nach und suchte Licht,
ich suchte, aber fand es nicht,
der Zweifel warf mich hin und her,
das Rätsel blieb, es war zu schwer.

5. Doch als ins Heiligtum ich trat
und Gott um Licht und Klarheit bat,
da sah ich staunend, daß sich wendet
der Frevler Glück und plötzlich endet.
Denn ihre Herrlichkeit ist Schaum
und geht vorüber wie ein Traum.
Sind sie gleich Götzen, du, o Gott,
machst sie bald zu der Leute Spott.

6. HERR, nun hang ich an dir allein,
ja, ich will immer bei dir sein.
Du lässest meinen Fuß nie gleiten,
greifst meine Rechte, mich zu leiten,
Du kommst und nimmst früh oder spat,
bin ich bewährt durch kreuz und Leid,
mich auf in deine Herrlichkeit.
nach deinem, nicht nach meinem Rat.

7. Wie gäb der ganze Himmel mir
Befriedigung, HERR, außer dir?
Kann ich durch alles Gut auf Erden
Auch ohne dich gesättigt werden?
Verschmachtet Leib und Seel in mir,
so hab ich Speis und Trank an dir.
Gott, meines Herzens Trost und Teil,
du bist in Ewigkeit mein Heil.

8. Weh dem, der dir die Treue bricht!
Seht, er entgeht nicht dem Gericht,
der einst versprach, nur dir zu leben,
und hat den Götzen sich ergeben.
Gott nah zu bleiben allezeit
Ist meine hohe Seligkeit.
Vertrau ich dir, so kann ich ruhn.
O HERR, einst preis ich all dein Tun!

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1,2,5

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