Chronik
Weltgeschehen und reformierte Gedenktage
Reformierte Chronik
16.8.2009 - Nina Hagen
Die deutsche Godmother of Punk ist zwar schon 54, aber in der DDR, wo sie 21 Jahre lang gelebt hat, sind kirchliche Rituale verpönt gewesen. Dass Religion und Christentum sie faszinieren, haben immer wieder mal Titel ihrer Songs, CDs und Bücher vermuten lassen. Heute lässt sie sich in der Gemeinde von Schüttorf in der ehemals reformierten Grafschaft Bentheim evangelisch-reformiert taufen, von Pastor Karl-Wilhelm ter Horst, mit dem sie befreundet ist. In einem Jahr wird das Soloalbum Personal Jesus erscheinen, und ihre Show wird Nina Hagen liest und singt Bekenntnisse heissen.
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15. August 1557 – Agnes Prest wird hingerichtet
Am 15. August 1557 wurde die Cornwallerin Agnes Prest in Exeter als evangelische Märtyrerin auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Während der Regierungszeit der katholischen Königin Maria I. weigerte sie sich, ihre reformatorischen Überzeugungen zu widerrufen. Insbesondere lehnte sie die Lehre von der Wandlung von Brot und Wein im Abendmahl ab und bekannte sich zur Autorität der Heiligen Schrift. Bis zuletzt blieb sie ihrem Glauben treu und nahm den Tod in Kauf. Ihr Leben erinnert daran, dass die Reformation nicht nur von Gelehrten und Reformatoren getragen wurde, sondern auch von einfachen Christinnen und Christen, die für ihre Überzeugung einstanden.
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13. August 1727 – Aufbruch in Herrnhut
Am 13. August 1727 erlebte die Gemeinschaft in Herrnhut eine tiefgreifende geistliche Erneuerung. Unter der Leitung von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf fanden Christen unterschiedlicher Herkunft zu neuer Einheit im Glauben. Aus diesem Aufbruch entstand die Herrnhuter Brüdergemeine, deren weltweite Missionsarbeit bis heute nachwirkt
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12.8.1584 - Hohe Schule Herborn
1559 hat Calvin in Genf die Académie gegründet. Sie ist Vorbild vieler Akademien in reformierten Gebieten geworden. Im deutschen Sprachraum heisst sie Hohe Schule. Vor fünf Jahren ist das reformierte Bekenntnis eingeführt worden. Heute stiftet Graf Johann VI. von Nassau die Johannea. Sie hat eine theologische, juristische, medizinische und philosophische Fakultät. Ihre Blütezeit wird sie mit den Professoren Piscator, Olevian und Althusius sowie den Studenten Molnár aus Ungarn und Comenius aus Böhmen erleben. Der Zürcher Drucker Corvinus wird 900 Schriften vervielfältigen. Die Bundestheologie wird ihre Spezialität sein.
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11.8.1817 - Nassauische Union
Erst seit einem Jahr gibt es das Herzogtum Nassau mit der Hauptstadt Wiesbaden. Es ist aus 39 Territorien mit Lutheranern und Reformierten gebildet worden. Der Landesherr hat die erste Generalsynode nach Idstein im Taunus einberufen, um aus Gründen der Staatsraison Verwaltung, Schule und Kultus zu vereinheitlichen. Heute verfügt er das erste Unionsdekret. Ihm werden ähnliche Dekrete noch in diesem Jahr in Preussen, im nächsten in Hanau und Fulda sowie in der Pfalz, in drei Jahren in Waldeck und Pyrmont und Anhalt, in vier in Baden und in fünf in Rheinhessen folgen.
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7.8.1560 - Confessio Scotica
Seit einer Woche tagt in Edinburgh das schottische Parlament. Ein Kreis um den schottischen Reformator John Knox, der im Mai vor einem Jahr aus Genf zurückgekehrt ist, hat ihm eine Petition zur Abschaffung römischer Irrlehren vorgelegt. Daraufhin hat es den Auftrag erhalten, in vier Tagen eine Zusammenfassung der reformierten Lehre zu präsentieren. Heute liegt sie vor und wird mit grosser Mehrheit angenommen. Bald danach werden die römische Messe und die päpstliche Jurisdiktion auf schottischem Boden verboten.
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Am 4. August 1427 scheiterte bei Mies (heute Stříbro in Tschechien) der vierte Kreuzzug gegen die Hussiten. Die Anhänger des böhmischen Reformators Jan Hus verteidigten erfolgreich ihre Gemeinden und ihren Glauben gegen ein großes katholisches Heer. Die Niederlage der Kreuzritter zeigte, dass die Forderung nach kirchlicher Erneuerung nicht mehr mit Gewalt unterdrückt werden konnte. Die Hussiten gelten als wichtige Vorläufer der Reformation des 16. Jahrhunderts
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Am 2. August 1552 wurde der Passauer Vertrag zwischen König Ferdinand I. und den evangelischen Reichsständen geschlossen. Darin gewährte König Ferdinand I. den evangelischen Reichsständen weitreichende Religionsfreiheit und bereitete die Freilassung des gefangenen Landgrafen Philipp von Hessen vor. Der Passauer Vertrag bereitete den Augsburger Religionsfrieden von 1555 vor und schuf Voraussetzungen dafür, dass sich die evangelischen Kirchen im Reich weiterentwickeln konnten. Auch wenn die Reformierten erst 1648 im Westfälischen Frieden reichsrechtlich anerkannt wurden, markiert der Vertrag einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu religiöser Duldung und Gewissensfreiheit
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1.8.1559 - Institutio Christianae Religionis
Seit der Erstausgabe von 1536 hat Jean Calvin unermüdlich an seiner Darstellung des reformierten Glaubens gearbeitet. Heute setzt er mit dem Vorwort den Schlusspunkt. Sie wird die grösste Dogmatik der reformatorischen Epoche bleiben und zur weltweit nachhaltigsten Dogmatik des Protestantismus werden. Bereits ihr erster Satz ist reformiertes Urgestein: All unsere Weisheit, sofern sie wirklich den Namen Weisheit verdient und wahr und zuverlässig ist, umfasst im Grunde eigentlich zweierlei: die Erkenntnis Gottes und unsere Selbsterkenntnis.
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27. Juni 1556 – Die Stratford-Märtyrer
Am 27. Juni 1556 wurden bei London dreizehn Protestanten, die sogenannten Stratford-Märtyrer, wegen ihres evangelischen Glaubens auf dem Scheiterhaufen hingerichtet. Die Verfolgungen fanden während der Regierungszeit der katholischen Königin Maria I. von England statt. Das Schicksal dieser Männer und Frauen zeigt, wie hoch der Preis war, den viele Menschen in der Reformationszeit für ihr Bekenntnis zahlten. Ihr Zeugnis stärkte die protestantische Bewegung in England nachhaltig.
