Bibel

Durchgehende Lesung biblischer Bücher

Hier finden Sie täglich einen biblischen oder deuterokanonischen Text in nur einem Satz: Es handelt sich um eine weisheitliche Gattung, die hebräisch mashál, griechisch apóphthegma, lateinisch senténtia und deutsch Sinnspruch heisst. Wie weltweit in Sprichwörtern konzentriert sich in solchen Sätzen Lebenserfahrung als Weisheit, die man, wenn sie überzeugt, auswendig weiss und mündlich weitersagt. Weisheit verweist auf die göttliche Weltordnung in allem und jedem. Biblisch findet sie sich natürlich in Weisheitsbüchern wie Sprüche, Qohelet und Hiob, deuterokanonisch bei Sirach und Weisheit. Spruchweisheit kommt aber zitiert überall vor, auch im Neuen Testament. Wir danken dem Theologischen Verlag TVZ für die Texte.Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Donnerstag 12. Oktober 2023

Matthäus 21,1-3

Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Bethphage am Ölberg, schickte Jesus zwei seiner Schüler voraus und sagte ihnen: «Das Dorf dort! Wenn ihr hinein geht, werdet ihr angepflockt eine Eselin finden und bei ihr ein Füllen: Die bindet los und bringt sie zu mir, und wenn jemand euch anspricht, erklärt ihm: «Der Herr braucht sie und bringt sie zurück.»


Übersetzung Walter Jens 1972
Mittwoch 11. Oktober 2023

Matthäus 20,29-34

Als sie Jericho verliessen und die Scharen von Menschen ihnen folgten, sassen zwei Blinde am Weg. Die schrien, als sie hörten, dass Jesus vorbeiging: «Herr! Sohn Davids! Hab Erbarmen mit uns!» Aber die Menschen wurden zornig und befahlen ihnen zu schweigen. Da schrien die beiden noch lauter: «Herr! Sohn Davids! Hab Erbarmen mit uns!», und Jesus blieb stehen, rief die beiden zu sich und fragte: «Was soll ich tun? Was wollt ihr von mir?» Sie sagten: «Wir wollen, dass unsere Augen sich öffnen». Und Jesus hatte Mitleid und berührte die Augen. Da blickten die Blinden auf und folgten ihm nach.


Übersetzung Walter Jens 1972
Dienstag 10. Oktober 2023

Matthäus 20,24-28

Als die zehn anderen Schüler das hörten, wurden sie ärgerlich über die Brüder, aber Jesus rief sie zu sich und sagte: «Ihr wisst, die Herrscher unterjochen die Völker, und die Grossen der Erde missbrauchen die Macht über die Menschen. Nicht so bei euch! Wer unter euch mächtig sein will, sei euer Diener, und wer der Erste sein möchte, sei euer Knecht! Denn auch der Menschensohn ist nicht als Herr, sondern als Diener gekommen und gibt sein Leben als Lösegeld hin, damit viele losgekauft werden.»


Übersetzung Walter Jens 1972
Montag 9. Oktober 2023

Matthäus 20,20-23

Da kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, fiel auf die Knie und flehte ihn an. «Was willst du?», fragte Jesus, und die Frau antwortete ihm: «Hier meine beiden Söhne! Lass sie in deinem Reich neben dir sitzen – den einen zur Rechten, den andern zur Linken!» Aber Jesus sagte: «Ihr wisst nicht, worum ihr bittet. Könnt ihr den Becher trinken, den ich trinken muss?» «Wir können es», sagten die Brüder. Und Jesus antwortete ihnen: «Ihr werdet ihn trinken. Doch zu bestimmen, wer an meiner Rechten und an meiner Linken sitzen wird, steht mir nicht zu, denn das wird jenen gewährt, die mein Vater auserwählt hat: Sie sind schon bereit.»


Übersetzung Walter Jens 1972
Sonntag 8. Oktober 2023

Matthäus 20,17-19

Als Jesus auf dem Weg nach Jerusalem, in die Berge hinauf, mit seinen Schülern allein war, sagte er zu ihnen: «Gebt acht, wir gehen nach Jerusalem – dort wird der Menschensohn den Grossen Priestern und Schriftauslegern in die Hände fallen: Die werden ihn zum Tode verurteilen, ihn den Heiden ausliefern und zu ihnen sagen: ‘Lacht in aus! Peitscht ihn! Schlagt ihn ans Kreuz!’ Aber am dritten Tag wird er auferweckt werden.»


Übersetzung Walter Jens 1972
Samstag 7. Oktober 2023

Matthäus 20,1-16

Das Reich der Himmel

Ein Gutsherr zog am Morgen aus, um Männer zu finden, die gegen Lohn in seinem Weinberg arbeiteten, und als er sie fand und handelseinig mit ihnen wurde – ein Denar für einen Tag –, schickte er sie zu seinem Garten. Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus und sagte zu den Männern, die auf dem Markt herumstanden und keine Beschäftigung hatten: ‘Kommt, geht auch ihr in meinen Weinberg. Ich will euch geben, was recht ist’, und die Männer gingen hin. Auch um die sechste und neunte Stunde ging er wieder hinaus und machte es genauso wie vorher, und als er um die elfte Stunde immer noch Männer fand, die herumstanden, sagte er zu ihnen: ‘Was steht ihr hier den ganzen Tag herum, ohne etwas zu tun?’ Die Männer antworteten ihm: ‘Uns hat niemand Arbeit gegeben.’ Da sagte der Herr: ‘Kommt, geht auch ihr in meinen Weinberg.’ Später, als es Abend wurde, sagte der Gutsherr zu seinem Verwalter: ‘Ruf die Arbeiter und zahle ihnen den Lohn; den letzten zuerst, den ersten zuletzt.’ Da kamen die Arbeiter, die in der elften Stunde eingestellt wurden, und erhielten ihren Lohn: jeder einen Denar. Und als die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, ihr Lohn wäre höher, doch als auch ihnen nur ein Denar ausgezahlt wurde, wurden sie unwillig und murrten über den Gutsherrn: ‘Die letzten hier haben nur eine einzige Stunde gearbeitet, und dennoch hast du ihnen das gleiche gegeben wie uns, die wir die Last des Tags getragen haben und die Hitze aushalten mussten.’ Da sagte der Gutsherr zu einem von ihnen: ‚Hör, Freund, ich tu dir kein Unrecht. Sind wir nicht handelseinig geworden? Ein Denar für den Tag: So war es ausgemacht zwischen uns! Also nimm dein Geld und geh! Ich aber will den letzten hier das gleiche geben wie dir. Darf ich mit meinem Geld nicht tun, was ich will? Oder blickst du deshalb so böse, weil ich grosszügig bin?‘ Die Letzten: die Ersten, die Ersten: die Letzten – so wird es sein.


Übersetzung Walter Jens 1972
Freitag 6. Oktober 2023

Matthäus 19,27-30

Da sagte Petrus: «Sieh uns an! Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt: Was ist unser Lohn?» Jesus antwortete ihnen: «Ich sage euch, und das ist wahr: Am Tage der Wiedergeburt, wenn der Menschensohn auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzt, werdet auch ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Wer um meinetwillen verlässt, was er hat, Häuser und Äcker, Brüder und Schwestern, Eltern und Kinder: Hundertfach wird er alles wieder empfangen und das ewige Leben gewinnen. Aber viele, jetzt die Ersten, werden dann die Letzten sein und die Letzten die Ersten.»


Übersetzung Walter Jens 1972
Donnerstag 5. Oktober 2023

Matthäus 19,23-26

Jesus aber sagte zu seinen Schülern: «Ich sage euch, und das ist wahr: Es ist nicht leicht für einen reichen Mann, ins Reich der Himmel zu kommen. Ich sage es zweimal: Eher geht ein Kamel durch das Loch einer Nadel, als dass ein reicher Mann ins Reich Gottes gelangt.» Als die Schüler das hörten, erschraken sie sehr: «Wer», fragten sie, «wird dann noch gerettet?» Jesus aber blickte sie an und sagte: «Für Menschen ist das unmöglich, doch alles ist möglich für Gott.»


Übersetzung Walter Jens 1972
Mittwoch 4. Oktober 2023

Matthäus 19,16-22

Da kam ein Mann zu ihm und fragte: «Du bist ein Lehrer. Sag mir, was muss ich Gutes tun, um ein ewiges Leben zu haben?» Jesus antwortete ihm: «Warum fragst du mich nach dem Guten? Ein einziger nur ist der Gute. Halte seine Gebote: Dann wirst du das Leben gewinnen.» «Welche Gebote?», fragte der Mann. «Das Gebot ‘Du wirst nicht töten’», sagte Jesus, «und ‘Du wirst die Ehe nicht brechen’, und ‘Du wirst nicht stehlen’, und ‘Du wirst keinen Meineid schwören’, und ‘Ehre Vater und Mutter’, und ‘Du wirst deinen Nachbarn lieben, wie du dich selbst liebst.’» Der Mann, der noch jung war, antwortete ihm: «Ich habe alle diese Gebote gehalten. Was also fehlt noch?» «Wenn du dein Ziel erreichen willst», sagte Jesus, «dann geh heim, verkauf deinen Besitz und schenk ihn den Armen. Dann komm zurück und folge mir nach.» Als der Mann das hörte, wurde er traurig und ging fort, denn er war reich.


Übersetzung Walter Jens 1972
Dienstag 3. Oktober 2023

Matthäus 19,13-15

Da brachte man die Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hand auflege und für sie bete. Die Schüler aber wiesen die Menschen zurück. Doch Jesus sagte: «Lasst die Kinder! Hindert sie nicht, zu mir zu kommen. Denn, wer wie sie ist, dem gehört das Reich der Himmel.» Dann legte er ihnen die Hände auf und zog weiter.


Übersetzung Walter Jens 1972
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