Bibel

Durchgehende Lesung biblischer Bücher

Hier finden Sie täglich einen biblischen oder deuterokanonischen Text in nur einem Satz: Es handelt sich um eine weisheitliche Gattung, die hebräisch mashál, griechisch apóphthegma, lateinisch senténtia und deutsch Sinnspruch heisst. Wie weltweit in Sprichwörtern konzentriert sich in solchen Sätzen Lebenserfahrung als Weisheit, die man, wenn sie überzeugt, auswendig weiss und mündlich weitersagt. Weisheit verweist auf die göttliche Weltordnung in allem und jedem. Biblisch findet sie sich natürlich in Weisheitsbüchern wie Sprüche, Qohelet und Hiob, deuterokanonisch bei Sirach und Weisheit. Spruchweisheit kommt aber zitiert überall vor, auch im Neuen Testament. Wir danken dem Theologischen Verlag TVZ für die Texte.Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Dienstag 21. November 2023

Matthäus 25,37-46

Da werden die Gerechten ihn fragen: ‘Wir hätten dich hungern und dürsten gesehen / und dir zu essen und zu trinken gegeben? / Wir hätten den Heimatlosen gesehen / und ihn beherbergt? / Hätten dir Kleider gegeben, / dich versorgt / und im Gefängnis besucht?’ Dann wird der König zu ihnen sagen: ‘Ich sage euch, und das ist wahr: / Hier schaut die armen Leute an! / Was ihr für einen der Geringsten unter meinen Brüdern getan habt, / das habt ihr für mich getan.’ Und dann wird er sich zu den anderen wenden, zu seiner Linken, und zu ihnen sagen:

‘Weg! Weg mit euch, ihr Verfluchten, / ins ewige Feuer, das der Teufel mit seinen Schergen in Brand hält! / Ich hatte Hunger, und keiner von euch gab mir zu essen. / Ich hatte Durst, doch niemand gab mir zu trinken. / Ich war heimatlos, aber die Tür eures Hauses blieb für mich verschlossen. / Ich hatte keine Kleider, ihr liesset mich nackt sein. / Ich war krank, habt ihr mich versorgt? / Ich war im Gefängnis, habt ihr mich besucht?

Dann werden sie sagen: ‘Hungrig, durstig, heimatlos, krank, im Gefängnis? / Wann hätten wir dich je so gesehen und dir nicht geholfen?’ Und er wird ihnen antworten: ‘Ich sage euch, und das ist wahr: / Hier! Schaut die armen Leute an! / Was ihr für sie nicht getan habt, / das habt ihr auch für mich nicht getan. / Ewige Strafe für sie! / Ewiges Leben für die Gerechten!


Übersetzung Walter Jens 1972
Montag 20. November 2023

Matthäus 25,31-36

Wenn aber der Menschensohn kommt, der Herr mit all seinen Engeln, und sich auf dem Thron seiner Macht niederlässt, dann werden die Völker vor ihm versammelt sein, und er wird sie trennen, wie der Hirt die Schafe von den Böcken trennt. Zur Rechten die Schafe, zur Linken die Böcke: So wird er sie stellen, und wird zu denen sagen, die rechts von ihm sind: ‘Kommt zu mir, mein Vater hat euch gesegnet, nehmt das Reich in Besitz, das von Anfang an für euch bestimmt war. Denn: Ich hatte Hunger, und ihr habt mir zu essen gegeben. / Ich hatte Durst, und ihr gabt mir zu trinken. / Ich war heimatlos, und ihr habt mir die Tür eures Hauses geöffnet. / Ich hatte keine Kleider, aber ihr schenktet sie mir. / Ich war krank, ihr habt mich versorgt. / Ich war in Gefangenschaft, ihr habt mich besucht.’


Übersetzung Walter Jens 1972
Sonntag 19. November 2023

Matthäus 25,14-30

Und auch dies ist ein Beispiel: Ein Mann, der auf Reisen gehen wollte, rief, ehe er aufbrach, seine Knechte zusammen und übergab ihnen alles, was er besass: Dem einen fünf Goldstücke, dem andern zwei, dem dritten eins … jedem nach seiner Fähigkeit. Als er fort war, machte sich der Knecht, der fünf Goldstücke erhalten hatte, sogleich ans Werk, arbeitete mit seinem Geld und gewann fünf Goldstücke dazu. Und auch der Knecht, der zwei Goldstücke erhalten hatte, verdoppelte sein Gut. Der dritte Knecht aber grub ein Loch in die Erde und versteckte darin das Goldstück, das er empfangen hatte: das Geld seines Herrn. Als der Herr nun nach langer Zeit heimkehrte und mit seinen Knechten abrechnen wollte, trat als erster der Knecht vor, der fünf Goldstücke empfangen hatte, und brachte ihm seinen Gewinn: ‘Herr’, sagte er, ‘fünf Goldstücke hast du mir anvertraut, und diese fünf hier habe ich dazuverdient.’ Da sagte der Herr: ‘Ich sehe, du bist ein guter und zuverlässiger Knecht, und weil du treu im Kleinen warst, will ich dir Grosses anvertrauen. Komm mit mir, das Fest wartet auf uns.’ Dann kam der Knecht, der zwei Goldstücke erhalten hatte, und sagte: ‘Herr, zwei Goldstücke hast du mir anvertraut, und diese zwei habe ich dazuverdient.’ Da sagte der Herr: ‘Ich sehe, du bist ein guter und zuverlässiger Knecht, und weil du treu im Kleinen warst, will ich dir Grosses anvertrauen. Komm mit mir, das Fest wartet auf uns.’ Schliesslich trat der Knecht vor, der das eine Goldstück empfangen hatte, und sagte: ‘Herr, ich wusste, dass du hart und unbarmherzig bist: Ernten willst du, wo du nicht sätest, und scheffeln, wo du keine Saat ausgestreut hast! Ich hatte grosse Angst vor dir: Deshalb habe ich dein Goldstück in der Erde vergraben. Hier hast du es: Es gehört dir!’

‘Du Nichtsnutz! Faulpelz!’, rief da der Herr, ‘du träger Mensch! Du wusstest, sagst du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät und scheffle, wo ich keine Saat ausgestreut habe? Dann hättest du mein Geld den Wechslern geben müssen, damit es Zinsen hecke und ich es bei meiner Rückkehr wiederbekäme: und zwar mit Gewinn! Auf! Nehmt ihm das Geld ab! Gebt es dem Knecht, der die zehn Goldstücke hat! Denn wer hat, / bekommt mehr, / und mehr als genug, / und wird im Überfluss haben.  Wer aber nichts hat. / dem wird auch das Nichts noch genommen. Nun aber werft ihn hinaus, unnütz und wertlos, wie er ist! Ins Dunkel mit ihm: Dort mag er mit den Zähnen knirschen und schreien!’


Übersetzung Walter Jens 1972
Samstag 18. November 2023

Matthäus 25,1-13

Der Tag wird kommen! Das Reich der Himmel: Mädchen nahmen ihre Lampen, um dem Bräutigam entgegenzugehen. Sie waren zu zehnt: fünf einfältige und fünf verständige Mädchen. Die Einfältigen nahmen nur die Lampen mit, doch sie vergassen das Öl. Die Verständigen dagegen nahmen mit ihren Lampen auch Krüge voll Öl mit. Als aber der Bräutigam lange nicht kam, wurden die Mädchen müde und schliefen ein. Plötzlich, um Mitternacht, lautes Geschrei: ‘Der Bräutigam! Kommt! Geht ihm entgegen!’ Da standen alle auf, machten die Lampen zurecht, und die einfältigen sagten zu den verständigen Mädchen: ‘Gebt uns etwas von eurem Öl, unsere Lampen erlöschen.’ Aber die Verständigen antworteten ihnen: ‘Für uns zusammen wird es nicht reichen. Geht lieber, und holt es vom Kaufmann!’ Da gingen die Einfältigen fort und kauften das Öl. Doch während sie noch unterwegs waren, kam der Bräutigam, und die Mädchen, die sich bereit gemacht hatten, gingen mit ihm zum Hochzeitsmahl. Dann schloss sich die Tür. Als aber die anderen Mädchen kamen – ‘Herr!’, riefen sie, ‘Herr, mach uns auf! –, antwortete der Bräutigam ihnen: ‘Ich sage euch, und das ist wahr: Ich weiss nicht, wer ihr seid.’ Darum seid wachsam, denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde!


Übersetzung Walter Jens 1972
Freitag 17. November 2023

Matthäus 24,45-51

Wer aber ist der treue und verständige Knecht – der Diener, dem der Herr befohlen hat: ‘Gib acht auf die anderen, die ein Knecht sind wie du, und sorge dafür, dass sie zur rechten Zeit Essen bekommen’? Wohl dem Knecht, der den Auftrag erfüllt: Ihn findet der Herr, wenn er heimkehrt, bei seiner Arbeit, und wird ihm alles anvertrauen, was er besitzt. Ich sage es, und es ist wahr! Wenn der Knecht aber schlecht ist und denkt: ‘Mein Herr wird noch lange nicht kommen’; wenn er anfängt, die anderen zu schlagen, die ein Knecht sind wie er; wenn er – Prasser und Säufer! – mit den  Betrunkenen zecht, dann wird der Herr an einem Tag kommen, wo der Knecht ihn nicht erwartet, wird ihn foltern und totschlagen lassen und, am Ort des Zähneknirschens und Geschreis, unter die Gottlosen einreihen.


Übersetzung Walter Jens 1972
Donnerstag 16. November 2023

Matthäus 24,42-44

Darum seid wachsam, denn euer Herr wird kommen, doch ihr kennt nicht den Tag. Denkt daran: Wenn er Hausvater wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommen wird – er bliebe die Nacht über wach und liesse den Einbruch nicht zu. Seid also bereit. Der Menschensohn kommt zu einer Stunde, mit der ihr nicht rechnet.


Übersetzung Walter Jens 1972
Mittwoch 15. November 2023

Matthäus 24,40-41

Zwei Männer werden auf dem Acker sein. / Einer wird mitgenommen. / Einer wird liegengelassen. Zwei Frauen werden in der Mühle sein. / Eine wird mitgenommen. / Eine wird liegengelassen.  So wird es sein, / wenn der Menschensohn kommt.


Übersetzung Walter Jens 1972
Dienstag 14. November 2023

Matthäus 24,34-39

Ich sage euch, und das ist wahr: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, / bevor dies alles geschieht. / Himmel und Erde werden vergehen. / Meine Wort vergehen nicht. / Doch niemand kennt den Tag und die Stunde, / nicht einmal, in den Himmeln, die Engel, / und nicht einmal der Sohn: / Nur der Vater allein. / Wenn der Menschensohn kommt, / wird es sein, wie es zu Noahs Zeit war / in den Tagen der Sturmflut, / als Noah in die Arche stieg: / Sie assen, tranken und heirateten – / und ahnten nichts, / bis die Flut kam und alle hinwegriss.


Übersetzung Walter Jens 1972
Montag 13. November 2023

Matthäus 24,32-33

Nehmt den Feigenbaum als Beispiel: Wenn seine Zweige saftig werden und die Knospen Blätter treiben, dann erkennt ihr daran: Der Sommer ist nah. Und genauso sollt ihr wissen, wenn ihr dies alles seht: Das Ende ist nah. Es steht vor der Tür.


Übersetzung Walter Jens 1972
Sonntag 12. November 2023

Matthäus 24,29-31

Gleich nach dem Grauen jener Tage wird sich die Sonne verfinstern und der Mond nicht mehr leuchten. Die Sterne fallen herab, die Himmelsmächte beginnen zu zittern, und das Zeichen des Menschensohns wird am Himmel erscheinen: Ein Seufzen unter den Völkern, wenn sie ihn sehen, in seiner Macht und seinem Glanz, und er auf Wolken kommt! Mit Trompetenstössen wird er die Engel aussenden, in die vier Winde, um seine Erwählten von den Grenzen der Himmel zu sammeln.


Übersetzung Walter Jens 1972
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