Gebet
23. September 2026
Du Lebendige/r siehst mich / auch wenn es regnet - / in gutem Licht / und sanfter Frische. // Ermutigst meine grauen Tage, / förderst meine Herbstfreuden / in denen ich der Vergänglichkeit fröne / und ganz im Vertrauen auf das ewige Leben / alles gebe um so gering und nah zu werden, / dass der Schmerz nachlässt. // Amen
Kathrin Rehmat
22. September 2026
Gott, / du Sorgender, / du überlässt uns nicht uns selbst, / sondern gibst uns jeden Tag / das Gefühl gebraucht zu sein. // Weil das so ist, / müssen wir uns nichts selbst beweisen. / Und auch nicht den Anderen. // Wir bitten dich, / dass du unseren Ehrgeiz dahin lenkst, / dass wir aus Dankbarkeit handeln / und nicht, um uns das Himmelreich zu verdienen. // Amen
Georg Rieger
21. September 2026
Gott // Wie oft gehen wir uns selber auf den Leim / Meinen es gut nur gut und sind nicht gut / Meinen uns frei und sind gefangen in eigenen Vorstellungen / Befriedigen unser gelangweiltes Leben mit Abenteuer / Auf Kosten von Bedürftigen / Sind sogar Nutzniesser eines Krieges // Lass uns zur Ruhe kommen bei dir / Eintauchen in den Frieden / Und darüber nachdenken / Was wir wirklich bewirken können // Für einen Frieden / In dem die Anderen und wir vorkommen / Amen
Marianne Reifers, Luxor, Egypt
20. September 2026
Gott, / wir alle leben von deiner Vergebung / und von deiner Großherzigkeit. / Aber wie kleinlich rechnen wir anderen oft auf, / was sie alles falsch gemacht haben! // Und wie lange tragen wir ihnen ihre Schuld nach / und sind nicht bereit, / ihnen eine neue Chance zu geben. / Unsere Urteile sind oft so grausam, / und unser Verhalten so unversöhnlich! // Gott, ändere uns / um deiner großen Barmherzigkeit willen! / Nimm uns die Angst, / durch Nachsicht und Entgegenkommen / unser Gesicht zu verlieren, / und lass uns mehr als unsere Prinzipien / das Glück der Versöhnung schätzen lernen. // Amen
Sylvia Bukowski
Wochenrückblick
Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, // wenn wir die Nachrichten einschalten, / wenn uns „news“ über die sozialen Medien erreichen, / dann kommen wir uns vor wie Menschen, / die ihrem eigenen Untergang zuschauen. // Und dann zappen wir meistens weg. / Wer soll das aushalten: / Die Unfähigkeit, klug zu sein? / Die Unfähigkeit, Maß zu halten? / Die Unfähigkeit zur Wahrheit und zur Einsicht in Notwendiges? / All die Lügen, die verbreitet werden? / Und die riesige Dummheit, ohne die manche Regierung und manches Wahlergebnis gar nicht möglich wäre? // Wir halten das nicht aus. / Und darum zerstreuen wir uns / und erklären anderes für wichtig: / Wen wird Jürgen Klopp in die Nationalmannschaft berufen? / Warum haben die Geissens den Sender gewechselt? / Wann finden Harry und Meghan eine Wohnung in England, die ihnen gefällt? //
Angesichts des Kriegs in der Ukraine, / angesichts der Politik Donald Trumps, / angesichts des Versagens, / den nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Erde zu hinterlassen, / sind das eigentlich völlig belanglose Fragen. / Aber wir können dieses „eigentlich“ nicht durchbrechen. / Und fehlen dazu Kraft und Möglichkeiten. //
Darum bitten wir Dich besonders für die, / die das mit kleinen Schritten und Schrittlein dennoch versuchen. / Wir bitten Dich für die Menschen guten Willens, / die ihrer Verantwortung gerecht werden, / dass Du sie segnest. / Wir bitten Dich für alle, die bereit sind, / im Dienste zu stehen und nicht im Raub. / Und wir bitten Dich, dass die Menschen-, Tier- und Naturquäler dieser Welt / Grenzen erfahren und sie nicht weiter durch ihr böses Tun / Zukunft, Leben und das Lob Deines Namens ersticken dürfen. // Wir bekennen Dir, / dass wir in das, was wir beklagen, / mehr hineinverstrickt sind, als es uns lieb ist. //
Die Grenze zwischen Gut und Böse geht durch uns selbst hindurch. / Darum beten wir zu Dir nicht mit einem Gewissen, / dass sich überlegen dünkt, / sondern mit einem tiefen Seufzen, / dessen Du dich erbarmen magst. / Amen.
Klaus Bröhenhorst
18. September 2026
Du strenger und gütiger Gott // jedem und jeder von uns traust du zu, nach deinem Willen zu handeln / Aber es gelingt uns nicht / weil wir in unserem Wissen beschränkt sind / weil wir zu sehr an unseren eigenen Wünschen hängen / weil uns so viele Verpflichtungen gleichzeitig beanspruchen / weil wir zu bequem geworden sind / weil, ach weil wir keine Helden und Heldinnen des Glaubens sind // Wir bitten dich / die Jungen – um Phantasie und Tatkraft, dass du an ein gutes Ende bringst, was wir anfangen / die Alten – um Gelassenheit und Vertrauen, dass du zurechtrückst, was wir versäumt haben // Gönne uns immer wieder deine Nähe // Wir brauchen dich, um dieses Leben zu bestehen. AMEN
Gudrun Kuhn
17. September 2026
Gott des Himmels und der Erde, / komm zu uns. / Öffne den Himmel, / komm herab, / wie damals / als Jakob die Himmelsleiter im Traum sah. // Lass uns ein Stückchen deiner Herrlichkeit sehen, / einen Hauch deines Segens spüren, / eine Melodie der Loblieder deiner Engel hören. / Lass uns erkennen / wie wir von dir erkannt werden. // Sei und bleibe bei uns / und verlass uns nicht. // Amen
Meike Waechter