Psalm

Psalmmelodien zum Mitsingen und -summen

Wöchentlich werden hier Psalmmelodien der Genfer Psalter zum Hören und Mitsingen bereitgestellt. Der Genfer Psalter (oder Hugenottenpsalter) ist eine Liedersammlung aus dem 16. Jahrhundert und ein spezifisch reformierter Beitrag zum evangelischen Kirchenlied. In diesem Jahr stammen die Klänge von der Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin. Wir danken Herrn Kilian Nauhaus für die Zustimmung zur Veröffentlichung.

Psalm 107

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Dankt, dankt dem HERRN und ehret, / rühmt seine Freundlichkeit, / denn seine Güte währet / jetzt und in Ewigkeit. / So sing, du Volk des HERRN, / das er vom Feind erlöste. / Im Leid blieb er nicht fern, / er kam, daß er dich tröste.

2. Die durch die Wüsten irrten, / wo sich kein Weg mehr fand, / die Durst und Hunger spürten / im ungebahnten Land / und schrien zu ihrem Gott: / »HERR, hilf uns, wir vergehen!«, / die ließ er in der Not / sein Wunderwirken sehen.

3. So sättigt er die Armen, / die Durst und Hunger drückt. / Er ist’s, der mit Erbarmen / Die matte Seel erquickt, / der Brot die Fülle gibt, / der kann und will gern geben. / Weil er das Leben liebt, / schenkt er den Toten Leben

4. Er führt in Dunkelheiten / sein Volk auf sicherm Pfad. / Er will sie selber leiten / zur lang gesuchten Stadt. / Laß sie mit Lobgesang / hoch seine Güt erheben, / vor aller Welt ihm Dank / für seine Wunder geben!

5. Sie, die in Fesseln saßen, / wo Todesschatten naht, / weil sie den HERRN vergaßen, / verwarfen seinen Rat, / erfuhren in der Not, / daß Elend folgt auf Sünden / und daß in Not und Tod / kein Helfer sei zu finden.

6. Doch wenn zu ihm sie flehten: / »Ach, HERR, erbarme dich!«, / dann hörte er ihr Beten, / und er erbarmte sich. / Aus tiefer Dunkelheit, / aus Angst und Finsternissen / hat sie ihr Gott befreit / und aller Not entrissen.

7. Will Gott in Freiheit führen, / er nur zum Kerker spricht, / dann springen auf die Türen, / der schwerste Riegel bricht. / Laßt euren Lobgesang / hoch seine Güt erheben, / vor aller Welt ihm Dank / für seine Wunder geben.

8. Die erst in Stolz und Sünden / ihr Leben hingebracht / und dann mit Schmerzen finden, / wie elend Sünde macht, / sie ekelt nun der Wein, / den sie mit Freuden tranken, / da sie, gebeugt von Pein, / zur Todespforte wanken.

9. Der HERR vernimmt ihr Schreien: / »Erbarme dich, o Gott! / Nur du kannst Schuld verzeihen. / Errette uns vom Tod!« / Er sendet aus sein Wort, / läßt sie vom Tod genesen. / Selbst aus der Hölle Ort / kann seine Macht erlösen.

10. Wer bringt, erlöst von Leiden, / nicht gern sein Opfer dar, / verkündet nicht mit Freuden / den, der sein Retter war? / Laßt sie mit Lobgesang / hoch seine Güt erheben, / vor aller Welt ihm Dank / für seine Wunder geben.

11. Die auf das Meer sich wagen, / die große Wasserflut, / Gefahr und Not ertragen, / zu mehren Hab und Gut, / sie schauen Gottes Macht / und seine Wunderwerke. / Der Abgrund und die Nacht / bezeugen seine Stärke.

12. Er spricht zu seinen Stürmen, / gleich sind sie da und wehn / daß sich die Wogen türmen / und wolkenhoch erhöhn. / Das Schiff steigt himmelwärts, / sinkt in den Abgrund nieder. / So sinkt in Angst ihr Herz, / doch hebt es sich nicht wieder.

13. Der HERR erhört ihr Weinen, / er ist ja gut und treu, / und ehe sie es meinen, / ist alle Not vorbei. / Wenn er den Wind bedroht, / sind Meer und Wogen stille. / Der über Sturm und Tod / gebietet, HERR, dein Wille.

14. Gerettet Volk, erscheine / vor Gott im Heiligtum; / preis ihn in der Gemeine, / bring ihm vor Fürsten Ruhm! / Laß deinen Lobgesang / Hoch seinen Ruhm erheben, / vor aller Welt ihm Dank / für seine Wunder geben!

15. Willst du die Weisheit ehren, / so steh bedachtsam still / und sieh, was Gott dich lehren, / wie er dich bilden will! / Gib du verständig acht / auf ihn in seinen Werken, / dann wird die Güt und Macht / in deinem Gott dich stärken.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1,7,14
Psalm 33

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Jauchzt alle, Gott sei hoch erhoben! / Gerechte, freuet euch des HERRN! / Den Frommen ziemt es, ihn zu loben. / Schön ist es, und er hört es gern. / Gebt dem HERRN die Ehre, daß es jeder höre, / mit der Harfen Klang! / Eures Psalters Saiten müssen froh begleiten / euren Lobgesang.

2. Ihn muß ein neues Lied erheben, / sein Ruhm wird sichtbar überall. / Kommt, singt, ihm Ehr und Macht zu geben, / mit Saiten- und Posaunenschall! / Was er spricht und lehret, / ist wahrhaft bewähret. / Sein Wort ist wie er. / Er hält sein Versprechen, / wird sein Wort nie brechen, / ja, er tut viel mehr.

3. Vollkommen, heilig ist sein Wille, / er liebt Recht und Gerechtigkeit. / Die Erde trägt des Segens Fülle, / da alles Gottes Güt erfreut. / Über unsrer Erde / hieß sein Wort: Es werde! / Himmel feste stehn. / In der weiten Ferne / Hieß sein Geist die Sterne / auf- und untergehn.

4. Wer könnte seiner Macht entgehen? / Er herrscht und wirket fern und nah. / Seht, wenn er spricht, so ist’s geschehen, / wenn er gebietet, so steht’s da. / Aller Heiden Dichten / wird sein Wink vernichten. / Wenn mit vieler Müh / Völker sich beraten / zu gewaltgen Taten, / er vereitelt sie.

5. Der Rat des HERRN steht ewig feste, / er bleibet stets sich gleich gesinnt. / Sein Wille ist der allerbeste / für uns, für Kind und Kindeskind. / Heil dir, Volk auf Erden! Was wird aus dir werden? / Gott hat dich erwählt. / Hieß der HERR euch kommen, Heil dann euch ihr Frommen, / die ihr ihn erwählt!

6. Er schaut auf uns in Freud und Schmerzen, / gibt, daß wir wirken, daß wir ruhn. / Er bildet unser aller Herzen / und siehet eines jeden Tun. / Nie macht sich ein König / Völker untertänig / durch die Heereskraft. / Nimmer können Helden / einen Sieg vermelden, / den ihr Arm verschafft.

7. Sprich nicht: Nun wird mein Arm doch siegen, / denn mir kann niemand widerstehn. / Auch Heereskraft wird dich betrügen / und muß gar bald zugrunde gehen. / Gottes Auge schauet / den, der ihm vertrauet, / mit Erbarmen an./ Ja, wie bald erfähret, / wer die Güte ehret, / was die Allmacht kann.

8. Er schützet seiner Diener Leben, / er rettet vor dem nahen Tod, / und er wird Brot die Fülle geben / in Teurung und in Hungersnot. / Drum wird’s unsern Seelen / nie am Guten fehlen, / denn sie harren sein./ Er ist Schild und Stärke, / und zu jedem Werke / gibt er uns Gedeihn.

9. Kommt, laßt uns immer auf ihn schauen, / da unser Herz sich seiner freut, / auf seinen heilgen Namen trauen / und ihn erhöhn in Freud und Leid. / Gib, daß uns behüte, / Vater, deine Güte. / Halt dein Vaterherz / immer für uns offen, / wie wir auf dich hoffen, / heilge Freud und Schmerz.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1,7,8
Psalm 105

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Dank, dank dem HERRN, du, Jakobs Same, / denn hoch und herrlich ist sein Name. / Geht, kündigt allen Völkern an / die Taten, die sein Arm getan. / Singt, spielt und redet froh von ihm, / daß alles seine Wunder rühm. 

2. Sein Nam ist heilig, preist ihn, rühmet, / freut euch des Namens, wie's euch ziemet. / Gott, der euch sich zum Volke schafft, / ist euer Leben, Licht und Kraft. / Wer je nach dem Erbarmer fragt, / des Herz sei froh und unverzagt. 

3. Fragt nach dem HERRN und seiner Stärke, / der HERR ist groß in seinem Werke./ Sucht doch sein freundlich Angesicht: / Den, der ihn sucht, verläßt er nicht. / Denkt an die Wunder, die er tat, / und was sein Mund versprochen hat. 

4. Er will stets seines Bunds gedenken, / nie wird er seine Treue kränken. / An tausend nach uns immerfort / erfüllt er sein Verheißungswort. / Der Bund, der Abrams Hoffnung war, / steht jetzt noch da unwandelbar. 

5. O seht, wie Gott sein Volk regieret, / aus Angst und Not zur Ruhe führet. / Er hilft, damit man immerdar / sein Recht und sein Gesetz bewahr. / Ja, wer ihn kennet, dient ihm gern. / Gelobet sei der Nam des HERRN! 

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1-3
Psalm 136

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Dankt dem HERRN mit frohem Mut, / er ist freundlich, er ist gut! / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

2. Dankt ihm, dessen Majestät / über alle Götter geht. / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. / 3. Dankt dem HERRN, gebt ihm nur Ehr, / er ist aller Herren Herr. / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

4. Der, sein Heil uns zu verleihn, / große Wunder tat allein: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

5. Der mit Weisheit, Ordnung, Pracht, / Himmel schuf und an uns dacht: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

6. Der die Erde hingestellt, / auf den Wassern sie erhält: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

7. Der aus Nichts durch seinen Ruf / große Himmelslichter schuf: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

8. Der die Sonne scheinen heißt / jedem Tage, der ihn preist: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

9. Der durch Mond - und Sternenpracht / uns umleuchtet in der Nacht: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

10. Der sein Israel macht frei / von des Feindes Tyrannei: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

11. Der mit seiner starken Hand / unsre Feinde überwand: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

12. Der für sein erlöstes Heer / teilete das Rote Meer. / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

13. Dank und Ehre ihm gebührt, / der sein Volk hindurchgeführt: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

14. Der sein Volk durch Wüsten führt / und doch väterlich regiert: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

15. Der sein Volk mit eigner Hand / setzte in der Heiden Land: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

16. Er beschützte seinen Knecht / stets in seinem Erb und Recht: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

17. Der auch in der tiefsten Nacht / huldreich stets an uns gedacht: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

18. Er war seines Volkes Freund / gab ihm Sieg vor jedem Feind: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

19. Preis ihm, der das Leben liebt, / allem Fleische Speise gibt: / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

20. Bringt dem Gott des Himmels Dank, / schweige nie, mein Lobgesang! / Seine Güt ermüdet nie, / ewig, ewig währet sie. 

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1-20
Psalm 117

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

Lobt, alle Heiden, lobt den HERRN! / Rühmt alle Völker, rühmt ihn gern! / Kommt, sehet seine Gnade! Seht, / sie waltet über uns erhöht. / Die Wahrheit Gottes stehet fest, / steht, Halleluja, ewig fest. 

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus
Psalm 8

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. HERR, unser Gott, dein Name sei gepriesen! / Wie hast du groß und herrlich dich erwiesen! / Die ganze Welt erzählt von deiner Macht, / des Himmels Glanz verkündet deine Pracht. 

2. Aus Kindermund, ja, aus des Säuglings Lallen / läßt du dein Lob vor aller Welt erschallen, / beschämst den Feind, der deine Schöpfung stört / und gegen dich vergeblich sich empört. 

3. Seh ich ringsum die Himmel ausgebreitet, / seh Mond und Stern von deiner Hand bereitet: / Was ist der Mensch, daß seiner du gedenkst, / des Menschen Kind, daß du ihm Gnade schenkst? 

4. Fast bis zum Glanz der Engel, die sich loben, / hast du ihn, HERR, zu dir emporgehoben, / du hast mit Macht und Würde ihn belehnt, / sein Haupt mit Ehr und Herrlichkeit gekrönt. 

5. Du machtest ihn zum König deiner Erde, / daß er mit dir des Lebens Hüter werde. / Du gabest ihm die Tiere ringsumher, / der Vögel Schwarm, die Fische tief um Meer. 

6. HERR, unser Gott, dein Name sei gepriesen! / Wie hast du groß und herrlich dich erwiesen! / Du, du allein bist Gott in Ewigkeit. / Wir loben dich jetzt und zu aller Zeit. 

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1-4
Psalm 16

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Ich flieh zu dir, mein Gott, bewahre mich! / Du bist mein Herr, mein Heil, du bist mein Leben. / Die Mächtigen der Welt verachte ich. / In ihren Dienst will ich mich nicht begeben. / Wer ihnen folgt, vergrößert seine Leiden. / Nichts in der Welt soll mich von dir, Gott, scheiden.

2. Mein Glück entspringt aus deiner Hand allein. / Du sättigdt mich auf grünen Lebensauen. / Du tust mir wohl, hüllst mich in Segen ein. / Ein gutes Land läßt du mein Auge schauen. / Auf ewig willst du meinen Hunger stillen, / den Lebensbecher bis zum Rand mir füllen.

3. Doch mahnt mich mein Gewissen in der Nacht, / dir stets zu danken, täglich dich zu loben. / Du hast mein Leben, HERR, so reich gemacht, / durch deine Gnade mich so hoch erhoben. / Du bist mir nah, du willst mich ewig fassen / und selbst dem Tode mich nicht überlassen.

4. Ich freue mich an deiner Wundertat. / Von ganzem Herzen will ich dich erheben. / Du leitest mich, führst mich nach deinem Rat, / gehst mir voran, zeigst mir den Weg zum Leben. / Da werde ich mit Wonne und Entzücken / In ewger Freude dich, mein Gott, erblicken.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1,2,4
Psalm 85

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Du warest vormals gnädig deinem Land, / du schontest es mit väterlicher Huld. / Bei dir, o HERR, das Volk Errettung fand, / und du vergabst aus Gnaden seine Schuld. / In Liebe hatte sich dein Zorn verkehrt, / es bat um Segen und es ward erhört. / So tröste jetzt auch uns mit deiner Gnad, / erbarme dich, vergib die Missetat.

2. Horch nun, mein Geist, ob Gott nicht Antwort gibt / und nicht von Heil zu seinem Volke spricht. / O ja, von Frieden spricht er, denn er liebt / noch treu sein Volk, und er verläßt es nicht. / Nur daß man treu auf seine Worte hör / und niemals wieder sich zur Torheit kehr! / Ja, wer ihn ehrt, dem naht die Hilfe schon, / daß wieder Ehr in unserm Lande wohn.

3. Die Güte wird der Treu entgegengehn, / Gerechtigkeit und Friede küssen sich. / Du, Erde, wirst die Treue blühen sehn, / vom Himmel schaut Gerechtigkeit auf dich. / Gott ist uns gut und gießt Gedeihen aus, / das Erdreich bringt den Segen uns ins Haus. / Seht, vor ihm her geht die Gerechtigkeit, / die unser Land mit jedem Schritt erfreut.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus
Psalm 80

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Hör uns, du Hirte deiner Herde, / ein Hüter deiner Schafe werde. / Erschein in deiner Herrlichkeit / und steh uns bei in böser Zeit. / Laß leuchten uns dein Angesicht, / wir leben auf in deinem Licht.

2. Wie lange zürnst du, HERR der Heere? / Zum Beten deines Volkes kehre / dich wieder, sieh die Tränen an, / daß uns der Feind nicht spotten kann. / Laß leuchten uns dein Angesicht, / wir leben auf in deinem Licht.

3. Der du dein Volk aus Knechtschaft führtest, / mit Güt und Treue es regiertest: / Warum hast du dich abgewandt, / birgst uns nicht mehr in deiner Hand? / Laß leuchten uns dein Angesicht, / wir leben auf in deinem Licht.

4. Vom Himmel auf dein Erbe schaue, / um dein Volk eine Mauer baue. / Gib Leben uns, wir weichen nie / von dir und beugen unsre Knie. / Laß leuchten uns dein Angesicht, / wir leben auf in deinem Licht.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1,3,4
Psalm 72

Die Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin singt diese Psalmen einstimmig – so wie es den ursprünglichen Intentionen Calvins entspricht – und in deutscher Sprache, wobei Übertragungen aus verschiedenen Jahrhunderten Verwendung finden.

1. Gib dein Gericht, HERRR, deinem Knecht,
dem König auf dem Thron.
Verleihe deine heilgen Rechte
auf ewig deinem Sohn,
daß er dein liebes Volk regiere
nach Recht und Billigkeit
und deine Unterdrückten führe
aus Not, Gefahr und Streit.

2. Solang dein Mond und deine Sonne
am Himmel uns erfreun,
wird man, O König, dir mit Wonne
in Ehrfurcht dankbar sein.
So wie des Himmels milder Regen
das dürre Land erquickt,
so komm er und mit ihm der Segen,
der jedermann beglückt.

3. Da wird Gerechtigkeit regieren,
wo dieser König thront.
Sein Reich wird großer Friede zieren,
solang noch scheint der Mond.
Er herrsche bald von Meer zu Meere,
künd seine Hoheit an.
Die Welt seh seine Macht und Ehre
und werd ihm untertan.

4. Einst fallen alle Herrscher nieder
und huldigen dem HERRN,
und alle Völker kehren wieder
und weihen ihm sieh gern.
Sein Auge wacht, er schont der Armen,
an die kein Mensch sieh kehrt,
wird sieh der Dürftigen erbarmen,
die niemand sonst erhört.

5. Den Armen wird's an Heil nie fehlen,
weil er so gnädig ist.
Seht, er erlöset ihre Seelen
von Frevel und von List.
Er sucht, die sich nach Hilfe sehnen,
durch Angst und Not beschwert.
Ihr Blut, ihr Leiden, ihre Tränen
sind ihm von hohem Wert.

6. In Ewigkeit sein Ruhm muß währen,
er ist ja unbegrenzt,
sein Name strahlt in vollen Ehren,
soweit die Sonne glänzt.
Man freut sieh, wünscht einander Segen,
wo er, der HERR, regiert.
Die Heiden gehn in seinen Wegen,
froh, daß er selbst sie führt.

7. Wie herrlich ist sein Name, gebet
ihm Ehr und Herrlichkeit!
Vor ihm sinkt nieder und erhebet
ihn bis in Ewigkeit,
dass bald sein Ruhm die Welt erfülle,
ihn jeder preisen mag,
dass jeder feierlich und stille
das Amen, Amen! sag.

Melodie: Genf 1562 / Text: nach Matthias Jorissen (1793)


Psalm der Woche / Choralschola der Französischen Kirche zu Berlin, unter der Leitung von Kilian Nauhaus / Strophe 1-3
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