Bibel

Durchgehende Lesung biblischer Bücher

Hier finden Sie täglich einen biblischen oder deuterokanonischen Text in nur einem Satz: Es handelt sich um eine weisheitliche Gattung, die hebräisch mashál, griechisch apóphthegma, lateinisch senténtia und deutsch Sinnspruch heisst. Wie weltweit in Sprichwörtern konzentriert sich in solchen Sätzen Lebenserfahrung als Weisheit, die man, wenn sie überzeugt, auswendig weiss und mündlich weitersagt. Weisheit verweist auf die göttliche Weltordnung in allem und jedem. Biblisch findet sie sich natürlich in Weisheitsbüchern wie Sprüche, Qohelet und Hiob, deuterokanonisch bei Sirach und Weisheit. Spruchweisheit kommt aber zitiert überall vor, auch im Neuen Testament. Wir danken dem Theologischen Verlag TVZ für die Texte.Lizenz: CC-BY-SA 4.0

Mittwoch 1. November 2023

Matthäus 23,23-24

Weh euch, Schriftausleger und Pharisäer! Ihr Heuchler! Minze, Kümmel und Dill: / Davon gebt ihr ein Zehntel. / Aber was schwerer wiegt im Gesetz, / Gerechtigkeit, Erbarmen und Treue: / Diese Gebote beachtet ihr nicht, / und hättet sie doch halten müssen / und die andern nicht vernachlässigen! Ihr blinden Führer! Die Mücken giesst ihr durchs Sieb, / doch die Kamele schlingt ihr hinunter!


Übersetzung Walter Jens 1972
Dienstag 31. Oktober 2023

Matthäus 23,16-22

Weh euch, blinde Führer!

Ihr sagt: / Beim Tempel zu schwören, das gilt nicht. / Aber beim Gold des Tempels zu schwören, das ist ein Eid. / Ihr Blinden! / Ist das Gold denn grösser als der Tempel, der es weiht? Ihr sagt: / Beim Altar zu schwören, das gilt nicht. / Aber bei der Opfergabe zu schwören, die auf dem Altar liegt, das gilt. / Ihr Blinden? / Ist denn die Opfergabe grösser als der Altar, der sie weiht? Wer beim Altar schwört, / schwört beim Altar und bei allem, was auf ihm liegt! / Und wer beim Tempel schwört, / schwört beim Tempel und bei dem, der den Tempel bewohnt! / Und wer beim Himmel schwört, / schwört beim Thron Gottes und bei dem, der auf Gottes Thron sitzt!


Übersetzung Walter Jens 1972
Montag 30. Oktober 2023

Matthäus 23,15

Weh euch, Schriftausleger und Pharisäer! Ihr Heuchler! Ihr zieht über Meere und Länder, / um einen einzigen Menschen zum Juden zu machen, / und wenn er bekehrt worden ist, / lasst ihr ihn zum Höllensohn werden: / doppelt so schlimm wie ihr selbst.


Übersetzung Walter Jens 1972
Sonntag 29. Oktober 2023

Matthäus 23,13-14

Weh euch, Schriftausleger und Pharisäer! Ihr Heuchler! Schliesst den Menschen vor ihren Augen / das Himmelreich zu! / Kommt selbst nicht hinein, / und lasst niemanden ein, / der hineinkommen will!


Übersetzung Walter Jens 1972
Samstag 28. Oktober 2023

Matthäus 23,1-12

Danach wandte sich Jesus ans Volk und seine Schüler und sagte zu ihnen: «Auf Moses’ Stuhl sitzen die Schriftausleger und Pharisäer. Tut, was sie euch sagen! Befolgt alles! Ihren Taten aber folgt nicht, denn sie handeln nicht nach ihren Worten. Sie bündeln die Lasten, ihr tragt sie. Euch liegt das Gewicht auf den Schultern, sie aber bewegen es nicht einmal mit ihrem Finger! Wenn sie etwas tun, dann nur zur Schau, um von den Menschen gesehen zu werden. Darum machen sie ihre Gebetsriemen breit und verlängern die Quasten an ihren Kleidern, sitzen beim Essen oben am Tisch, auf dem Ehrenplatz, und im Bethaus in der vorderen Reihe. Darum lieben sie es, wenn die Menschen sie auf den Märkten begrüssen und ‘Rabbi’ zu ihnen sagen. Ihr aber, / lasst euch nicht ‘Rabbi’ nennen: / Nur einer ist euer Rabbi, doch ihr alle seid seine Brüder. / Ihr aber, nennt niemanden ‘Vater’ auf Erden:  /Nur einer ist euer Vater – der Vater im Himmel. / Ihr aber, / lasst euch nicht ‘Lehrer’ nennen: / Nur einer, Christus, ist euer Lehrer. / Der Grösste unter euch soll euer Diener sein. / Wer sich gross macht, wird klein sein. / Und gross, wer sich klein macht.


Übersetzung Walter Jens 1972
Freitag 27. Oktober 2023

Matthäus 22,41-46

Als nun die Pharisäer versammelt waren, wandte sich Jesus zu ihnen und fragte: «Was denkt ihr: Wessen Sohn ist der Messias?» Die Pharisäer sagten: «Er ist Davids Sohn», und Jesus antwortete ihnen: «Wie aber ist es dann möglich, dass David, erfüllt vom Geist, ihn den ‘Herrn’ nennt, ‘der die Macht besitzt’? Hat David nicht gesagt: Setze dich nieder zu meiner Rechten, / sagte der Herr dem Herrn, / bis ich dir deine Feinde / unter die Füsse hinlege? Wenn aber David ihn ‘Herr’ nennt – wie kann er sein Sohn sein?» Da wussten sie nichts zu entgegnen, keiner sagte ein Wort, und niemand wagte es seit diesem Tag, ihm eine Frage zu stellen.


Übersetzung Walter Jens 1972
Donnerstag 26. Oktober 2023

Matthäus 22,33-40

Dies war seine Lehre, und als die Menschen sie hörten, erschraken sie sehr. Da es nun hiess, den Sadduzäern habe er den Mund zugebunden, kamen die Pharisäer zusammen, und einer von ihnen, ein Schriftausleger, suchte Jesus auf die Probe zu stellen: «Du bist ein Lehrer?», fragte er, um ihn zu fangen, «also sag uns: Welches Gebot im Gesetz ist das grösste?» Jesus antwortete ihnen: «’Lieben wirst du den Herrn, deinen Gott! Lieben mit deinem Herzen, deiner Seele und deinen Gedanken!’ Dies ist das Grosse Erste Gebot, und das Zweite ist ihm gleich: ‘Lieben wirst du deinen Nachbarn, wie du dich selbst liebst!’ Alles im Gesetz und den Propheten hängt an diesen beiden Geboten!»


Übersetzung Walter Jens 1972
Mittwoch 25. Oktober 2023

Matthäus 22,23-32

Am gleichen Tage kamen die Sadduzäer zu ihm, nannten ihn ‘Lehrer’, und da sie glaubten, dass kein Toter aufersteht, fragten sie ihn: «Moses hat gesagt: ‘Wenn einer stirbt und keine Kinder hat, dann heirate sein Bruder die Witwe, und für den Toten zeuge er Kinder.’ Nun waren einmal sieben Brüder bei uns: Der erste heiratete und starb, und weil seine Ehe kinderlos war, hinterliess er seinem Bruder die Frau, und wie ihm erging es dem zweiten und dritten und allen anderen Brüdern, und schliesslich starb, als letzte, die Frau. Wem also wird sie gehören, am Tage, wenn die Toten auferstehen? Wem von den Sieben, die sie besassen?» Jesus antwortete ihnen: «Verirrte! Ihr kennt weder die Schriften noch Gottes Macht. Am Tage, wenn die Toten auferstehen, wird keine Heirat mehr sein, sondern Männer und Frauen sind dann wie die Engel im Himmel. Habt ihr nicht gelesen, was Gott über das Aufstehen der Toten gesagt hat: Ich bin der Gott Abrahams, / der Gott Israels / und der Gott Jakobs. / Nicht der Gott der Toten, / sondern der Lebendigen.


Übersetzung Walter Jens 1972
Dienstag 24. Oktober 2023

Matthäus 22,15-22

Die Pharisäer aber kamen zusammen und berieten, wie sie ihm mit Worten einen Strick drehen konnten. Dann schickten sie ihre Schüler, zusammen mit den Freunden des Herodes, zu ihm und sagten: «Du bist ein Lehrer, wir wissen, dass du die Wahrheit liebst und Gottes Weg nicht verleugnest. Die Meinung der Menschen bedeutet dir wenig: Sie mögen sein, wer sie sind. Erkläre uns also: Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen? Oder ist es verboten?» Jesus aber durchschaute ihre Niedertracht: «Ihr Heuchler!», rief er, «Warum stellt ihr mich auf die Probe? Kommt, zeigt mir eine von den Münzen, mit denen ihr die Steuern zahlt!» Da gaben sie ihm die Münze, und er sagte zu ihnen: «Wessen Bildnis ist das? Wem gehört hier der Titel?» Sie sagten: «Dem Kaiser.» «Dann gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gebührt, gebt Gott, was Gott gebührt.» Als sie das hörten, ergriff sie Erstaunen, und sie wandten sich um und gingen davon.


Übersetzung Walter Jens 1972
Montag 23. Oktober 2023

Matthäus 22,2-14

Das Reich der Himmel

Ein König gab für seinen Sohn ein Hochzeitsfest und schickte Knechte aus, um die Gäste zur Feier zu laden. Aber die Gäste wollten nicht kommen. Da schickte der König andere Knechte und trug ihnen auf: ‘Sagt den Gästen: Die Vorbereitung ist fertig, ich habe Ochsen und gemästete Kälber geschlachtet, es ist alles bereit, kommt also zum Fest!’ Aber die Gäste kümmerten sich nicht darum: Der eine ging auf sein Feld, der andere in sein Geschäft, und wieder andere ergriffen die Knechte, verspotteten sie und brachten sie um. Als der König das hörte, wurde er zornig und schickte ein Heer aus, um die Mörder zu töten und ihre Stadt zu zerstören. Dann sagte er zu seinen Knechten: ‘Das Hochzeitsmahl ist bereit, aber die Gäste verdienten es nicht. Auf! Geht zum Stadtrand, stellt euch an den Weg und ladet zum Hochzeitsfest ein, wen immer ihr findet!’ Da gingen die Knechte hinaus auf die Strassen und brachten mit, wen sie fanden: Böse und Gute. Und der Hochzeitssaal wurde voll: Gäste allüberall! Als der König eintrat, um sie zu sehen, erblickte er einen Mann, der kein Festkleid trug. ‘Freund’, sagte er zu ihm, ‘wie bist du hier hereingekommen – ohne festliches Gewand?’ Da verstummte der Mann. Der König aber sagte zu seinen Dienern: ‘Bindet ihm Hände und Füsse und werft ihn ins Dunkel hinaus: Dort mag er mit den Zähnen knirschen und heulen!’ Denn es sind viele geladen, doch nur wenige sind auserwählt.


Übersetzung Walter Jens 1972
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